Und es geht doch!

Zu Beginn diesen Jahres haben wir, Lena und Susanne, uns dazu entschlossen in der List eine Selbsthilfegruppe für Fibromyalgiebetroffene zu gründen.

Dank der Hilfe und Unterstützung von Hr. Märtens von Kibis konnten wir, was uns zunächst als unüberwindbar erschien, schnell in die Tat umsetzen. Wir hatten bereits nach kurzer Zeit einen passenden Gruppenraum gefunden, unsere ausgeteilten Flyer wurden mit Interesse angenommen und ziemlich schnell konnten wir uns auf eine kleine Gruppe von fünf Interessierten freuen.

Und dann kam Corona!

Zuerst einmal mussten wir uns selbst sortieren, mussten uns mit den vielen Änderungen und Neuerungen auseinandersetzen, mussten uns eingestehen, dass uns diese Zeit sehr verunsichert.

Ein Kennenlernen in unserer neuen Fibro-Gruppe rückte erst einmal in die Ferne. Zweifel kamen, wie kann es weitergehen, sollte unsere Gruppe, bevor wir überhaupt ein erstes Treffen organisieren konnten, schon zum Scheitern verurteilt sein?

Wir waren uns natürlich bewusst, dass die Gesundheit jedes Einzelnen und die Rücksichtnahme auf unsere Mitmenschen im Vordergrund stehen musste, aber irgendwie kribbelte es doch und so überlegten wir, was wir tun könnten.

In Zeiten von WhatApp, Skype usw. waren wir uns schnell einig, diese Möglichkeiten zu nutzen. Wir gründeten eine WhatsApp-Gruppe um nähere Kontakte knüpfen zu können. Als nächstes kam dann unser erstes virtuelles Treffen in Form eines Videochats zustande. Es hat zwar nicht gleich alles so geklappt wie wir uns das vorgestellt hatten, aber wir konnten uns wenigstens einmal sehen, uns vorstellen und uns über erste Fragen austauschen. Das war einfach super und gab uns die Motivation “Weiter so!”

Unser zweiter Videochat hat bereits stattgefunden und wir sind sehr zufrieden damit. Wann unser erstes persönliches Treffen sein wird, wissen wir zwar noch nicht, aber wenn Covid-19 uns etwas gezeigt hat – auch wenn unser aller Leben momentan ausgebremst ist, wird es trotzdem nicht zum Erliegen kommen. Wir machen einfach weiter!

Wir möchten euch da draußen motivieren diese Zeit, als eine anzusehen, die unser Leben zwar entschleunigt, aber auch Kraft für Neues schenkt.

“Positiv zu denken bedeutet nicht,
dass man immer glücklich und zufrieden sein muss.
Es bedeutet, dass man auch in schweren Zeiten weiß, dass es wieder bessere Tage geben wird.” (Zeitblüten)

In diesem Sinne grüßen euch ganz herzlich Lena und Susanne fibro-list@web.de

Wie lebt es sich mit Corona?

Der Lockdown hat alle persönlichen Kontakte abrupt gebrochen, das war eine heftige Zeit!

Dabei habe ich es hier auf dem Dorf noch gut, kann in die Natur und in den Garten gehen. Wieviel schlimmer muss es für Menschen sein, die mit mehreren Kindern in einer kleinen Stadtwohnung wohnen und nicht mal eben zum Spielplatz gehen können?

Doch mich hat es auch getroffen, meine Depression hat Futter bekommen, dazu kam dann noch ein Menière-Anfall an Ostern, so dass es mir psychisch und körperlich richtig mies ging. Inzwischen habe ich mich wieder berappelt, bin eine Stehauffrau, auch wenn es mal zwei, drei Tage dauert, bis ich wieder fitter bin.

Ich denke dann immer an eine Fabel, die wir früher in der Schule gelesen haben über das Nicht-Aufgeben. Es handelt sich um zwei kleine Frösche, die in die Welt hinaushüpfen…… ich habe das in Gedichtform aufgeschrieben und in Zusammenhang von Durchhalten in einer Krankheit gesetzt. Das hilft mir immer weiter, wenn ich verzweifle.

Zwei Frösche (nach einer Fabel)

Es waren einst zwei Fröschelein,
die fielen in einen Eimer Milch hinein.
Der eine hatte keine Hoffnung mehr
und paddelte nicht mehr kreuz und quer.
Er gab sich auf und ging gleich unter — Der andere aber paddelte munter, bis unter seinen Füßen Butter entstand und hüpfte von dort dann auf den Rand, sprang hinab und hüpfte fort:
jetzt ist er wieder am Heimatort.

Haut dich die Krankheit auch wieder um,
gib nicht auf! Sei nicht so dumm
wie der erste Frosch, denn er ging unter.
Kämpf dich durch und bleibe munter!
So wirst du deinen Weg schon finden
und deine Kräfte sich verbinden.
Es findet sich alles zu seiner Zeit,
sei du nur zum Weitermachen bereit.
Deine Freunde wollen dich begleiten
und dir einen guten Weg bereiten.
Selber musst du ihn auch gehen.
Mit der Zeit wirst du dann sehen:
Es wird leichter, wenn man geht,
als wenn man aufgibt und nur steht!

Kommunikation in Corona-Zeiten; Wie kann die SHG in Kontakt bleiben?

Kommunikation in Corona-Zeiten; Wie kann die SHG in Kontakt bleiben?
Vom Alltag in den Lockdown heruntergefahren zu werden, von jetzt auf gleich jegliche Alltagsstrukturen zu verlieren und in Teilen auf externe Unterstützung verzichten zu müssen, stellt für Familien unserer SHG ‚Eltern von Asperger-Autisten‘ zusammen mit ihren ‚besonderen Kindern‘ eine extreme Herausforderung dar. In der aktuellen Situation belasten nicht nur die eigenen Sorgen und Nöte, auch das autistische Kind benötigt in diesen speziellen Zeiten besondere Unterstützung der Familie, um Unerwartetes, Beängstigendes einordnen zu können. An dieser Stelle entsteht dann schnell der Wunsch sich auszutauschen, vielleicht einen Tipp von anderen Familien zu erhalten – schwierig in Zeiten der Kontaktbeschränkungen -. Um einen zeitnahen Informationsaustausch unter den Familien zu ermöglichen, wurde kurzerhand eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen. Zunächst schien es auch so, als ob der Stillstand nach Ostern beendet sein könnte. Die Realität sah anders aus, Kontaktbeschränkungen wurden verlängert, Begegnungsstätten blieben weiterhin geschlossen und keine Möglichkeiten, das regulär geplante SHG-Gruppentreffen Anfang Mai durchzuführen. Von den eigenen technikaffinen Kindern war schnell zu erfahren, dass die Oberstufenschüler ihre Gruppenarbeit im Seminarfach über das Videokonferenzsystem ZOOM durchsprechen. „Ganz einfach“, so der Kommentar unseres Sohnes, „ZOOM kannst Du auch nutzen, das ist kostenlos übers Internet verfügbar“. Ach, so etwas gibt es auch? ZOOM, was ist das? Per Google ließen sich die notwendigen Informationen finden, ein ZOOM-Account war schnell erstellt und der erste Test einer ZOOM-Videokonferenz im Familienkreis verlief ohne Probleme. Super! Warum das analoge SHG-Gruppentreffen im Mai nicht auf die digitale Ebene verlegen? Anfang Mai war es dann soweit, der ZOOM-Videokonferenz-Einladungslink wurde verschickt, das Headset am Rechner angeschlossen und der digitale Treff gestartet. Eine kleine Teilnehmergruppe versammelte sich pünktlich zur verabredeten Zeit im ‚digitalen Konferenzraum‘. Alle Teilnehmer waren zu sehen und gut zu verstehen, per zugeschalteter Chat-Funktion konnten sogar Dateien mit allen Teilnehmern geteilt werden. Praktisch und einfach! Normalerweise ist der kostenlose ZOOM-Zugang auf 100 Teilnehmer und 40-minütige Konferenzen beschränkt – in Corona-Zeiten wurde seitens des Anbieters die zeitliche Begrenzung auf 40 Minuten aufgehoben –. Unser nächster, regulärer Gesprächskreis soll im Juni stattfinden. Bis dahin sind die Kontaktbeschränkungen noch immer nicht aufgehoben, daher werden wir wohl wieder auf die digitale Alternative der ZOOM-Konferenz ausweichen. Zur nächsten Videokonferenz treffen sich vielleicht auch mehr Gruppenmitglieder, wenn sich rumspricht, dass es eine praktikable, einfache Möglichkeit ist, als Selbsthilfegruppe im Kontakt und Austausch zu bleiben.
Einziges Manko: Manch ein Gruppenmitglied hätte gerne am digitalen Treffen teilgenommen, war aufgrund des schlechten digitalen Ausbaus – KEINE ausreichende Internetverfügbarkeit – in manchen Teilen der Region Hannover, sowie den weiter entfernten ländlichen Gegenden, von der Videokonferenz ausgeschlossen. Daher der Appell an die Politik: Treibt endlich den Digitalausbau voran!

Die neue Normalität

Diese Bezeichnung – finde ich – ist jetzt schon Kandidatin für das Unwort des Jahres 2020. Es macht jedoch deutlich, worauf wir uns einzustellen haben: nichts ist so wie vorher und wir müssen uns daran gewöhnen. Außerdem müssen wir uns daran gewöhnen, dass wir keine neuen Routinen auf Dauer entwickeln können, keine langfristigen Pläne machen, jede Woche neu entscheiden müssen. Diese immer wieder neuen Entscheidungen werden abhängig sein von den Entwicklungen der Infektionszahlen, von den Vorgaben aus der Politik und von unseren eigenen Einschätzungen.

Diese vielfältigen Bedingungen, unter denen wir uns nun wohnlich einrichten sollen, beeinflussen natürlich auch in großem Maße Selbsthilfegruppen. Noch ist unklar, wo genau der Selbsthilfebereich eingeordnet wird. Sollte die Politik entscheiden, dass dies der Freizeitbereich ist, so werden persönliche Treffen bis über den Sommer hinaus (in Gruppen in kleineren Räumlichkeiten) kaum möglich sein. Zur Zeit versucht die KIBIS gemeinsam mit überregionalen Akteuren der Selbsthilfeunterstützung darauf hinzuwirken, dass der Selbsthilfebereich als Säule des Gesundheitswesens gesondert bedacht wird. Jedoch würden auch dann hohe Auflagen für Gruppentreffen gemacht: Abstandsregeln, Namenslisten, Desinfektion, Belüftung…

Allein bei den Namenslisten setzt sich eine Gedankenspirale in Gang: Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung ist viel über Namenslisten und die Speicherung von Kontaktdaten nachgedacht worden – nun sollen sie zur neuen Normalität gehören? Ganz abgesehen davon, dass dies in Gruppen, die sich nach dem Anonymenprinzip treffen, komplett gegen die Traditionen verstößt.

Die neue Normalität wird uns noch eine unabsehbar lange Weile begleiten. Ich befürchte, es wird nichts normal. Und trotzdem müssen wir jetzt alle kreativ werden und schauen, dass wir das Beste aus den Umständen machen. Was sind Ihre Fragen in dieser Situation? Haben Sie schon Ideen oder gar neue Routinen entwickelt? Oder war der Ausfall der Gruppen bisher noch auszuhalten? Wie gehen Sie mit den Perspektiven (oder deren Fehlen) um?

Nie

Home Office

Die Coronazeit führt dazu, dass alles ineinander verschwimmt – die Arbeitszeit (im Home-Office) für die KIBIS, das Lernen des großen und das Spielen des kleineren Kindes, der Online-Instrumentalunterricht des Mannes, das bisschen Haushalt und die Maßnahmen zur Erhaltung der eigenen Balance/Figur/Nerven. Wer hat einen Hut, unter den das alles passt?
Da stellt sich die Frage, was man machen kann, um die Situation besser auszuhalten. Die Medien berichten über stark erhöhten Alkoholkonsum, aber dass das keine Lösung ist, wissen wir ja eigentlich alle.
Wie wäre es also mit Selbsthilfe? Klar, der Austausch von Angesicht zu Angesicht geht gerade nicht, aber eine wöchentliche Videokonferenz mit einem Kreis anderer Menschen in ähnlicher Lage klingt doch ganz verlockend.
So treffe ich mich seit einigen Wochen immer sonntags, wenn die Kinder schlafen, mit einigen Freundinnen zu einer Videokonferenz. Wir kennen uns schon lange, es ist also nicht ganz wie eine Selbsthilfegruppe in der man anfangs niemanden kennt, aber wir haben mit Corona und dem daraus folgenden Shutdown alle ein neues gemeinsames „Problem“.
Wie hält man die Isolation aus, wie schafft man Strukturen für die „immer-zusammen-Familie“, wie  ist die Rollenverteilung in den Familien und wie geht es denen ohne Kinder? Wie viel (Erwerbs-)Arbeit schafft man zu Hause, wenn auch so mehr anfällt weil immer alle da sind? Wie ist es zu Corona-Zeiten schwanger zu sein? Und wie sehr lockern wir die Regeln inzwischen wieder?  Die Themen führen immer wieder auf Corona zurück, sogar der Beginn der Videokonferenz ist so gelegt, dass eine Freundin (zugegeben nur eine von uns regelmäßig) vorher noch klatschen kann.
Ich schaffe vielleicht (oder auch ganz sicher) gerade nicht ganz so viel im Home-Office wie sonst im Büro, aber ich mache quasi einen Selbstversuch zur Wirksamkeit von Selbsthilfe. Und ich bin überzeugt, denn wir fiebern immer alle hin auf unsere gemeinsame Stunde(n), egal welchen Alltag wir dann einen Moment verlassen, den mit zwei oder drei Kindern, allein oder mit Partner. Wir  haben ein Ohr füreinander und es ist trotz aller räumlicher Distanz ein Zusammensein.
Ich kann also nur dafür plädieren die Gruppen wenn möglich online stattfinden zu lassen – als  kleines Highlight im Corona-Alltag.
ho

Hallo Ihr da draußen,

wenn Ihr meinen Blogbeitrag geöffnet habt, wollt ihr sicher wissen wie ein Selbsthilfe-Gruppenabend per Videokonferenz funktioniert und welche Erfahrungen unsere Selbsthilfegruppe damit gemacht hat.
Mein Name ist Jörg und ich gehöre zur Selbsthilfegruppe NEUBEGINN aus der Wedemark bei
Hannover.
E-Mail: f-shg-neubeginn@gmx.de
Internet: www.freie-selbsthilfegruppe-neubeginn.de
Aufgrund der Corona Pandemie wurde das Mehrgenerationenhaus in der Wedemark   geschlossen und dadurch konnten keine Gruppenabende mehr stattfinden. Schnell bemerkten wir, dass uns unsere Montagsgruppenabende fehlten. Somit haben wir die Idee gehabt Gruppenabende per Videokonferenz durchzuführen. Besonderer Dank geht hier an Daniel Dietrich und sein Team vom Mehrgenerationenhaus Wedemark, die jederzeit als aktiver Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Begonnen hat es damit, zu klären, wer welche technischen Geräte wie z.B. Laptop, Tablet  oder Smartphone zur Verfügung hat und wer bereits Erfahrungen mit „Skype“hat.
Dafür haben wir über unsere zum Glück vorhandenen Whatsapp-Gruppe und einigen Einzeltelefonaten schnell Klarheit gehabt. Nun musste jeder die entsprechende Software auf sein Endgerät laden. Teilweise ging dies nur durch gegenseitige Unterstützung per Telefon und das ist dann schon schwierig, wenn wir doch alle gewohnt sind, in der Gruppe zu arbeiten und dem anderen ggf. über die Schulter zu schauen. Aber nach einigen Anläufen haben wir es dann hinbekommen obwohl niemand von uns Computerexperte ist.
Nun haben wir einen aus der Gruppe der jeden Montag um 19 Uhr die Konferenz für alle Teilnehmer eröffnet und dann sehen und hören wir uns gemeinsam am Bildschirm in guter Qualität. Sicher ist das nicht das gleiche, wie ein persönliches Treffen, aber wieder gemeinschaftlich zusammen zu sein hat aus meiner Sicht einen sehr großen Mehrwert in diesen schwierigen Zeiten.
Unterschiedliche und kritische Ansichten der Einzelnen, wie man mit dieser Krise umgehen sollte, sorgen teilweise für heftige und in diesem Ausmaß nie dagewesene Diskussionen. Aus meiner Sicht kommen hier alle Ängste der Betroffenen zutage und dies ist für den sonst in unserer Gruppe üblichen Moderator schwer zu steuern.
Besonders positiv ist es aber, die Einzelnen zu sehen und so kann man auch am Äußeren und der Mimik erkennen wie es dem Einzelnen geht, da ja oft auf die Frage „ Wie geht es dir ?“ein einfaches „ Mir geht es gut“ als Antwort kommt.  So aber können wir in Kontakt bleiben und auch mal einen Spaß aus dem Alltag erzählen, worüber dann alle herzhaft lachen können und wir auch einmal etwas anderes hören und sehen und nicht immer nur CORONA , CORONA, CORONA!!!
Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachmachen und sind gespannt auf eure persönlichen Erfahrungen von Gruppenabenden per Internet.

Wiedersehen macht Freude

Gestern haben wir uns als KIBIS-Team zum ersten Mal seit Wochen wieder leibhaftig zur wöchentlichen Teamsitzung getroffen!!
Im großen Konferenzraum mit ausreichend Abstand zueinander. Das war gut, die Kolleg*innen mal wieder alle “live“ sehen zu können. In den vergangenen Wochen waren auch wir nur noch vereinzelt in den Büros der KIBIS unterwegs. Sei es wegen der Mindestabstände – wir haben sonst immer doppelt besetzte Büros, das geht natürlich gerade gar nicht oder weil wir privat auch Kinder und Familie haben, die aufgrund der neuen Situation auf einmal keine Betreuung mehr tagsüber hatten, so dass einige von uns ins „Homeoffice“ wechseln mussten.
Also haben auch wir uns nur noch über unsere Signal-Gruppe und einmal pro Woche in einer Telefonkonferenz austauschen können. Schon komisch, erst reden alle, dann erstmal keine(r)… gewöhnungsbedürftig finde ich. Und es bleibt vieles auf der Strecke, das gemeinsame Brainstormen und nach kreativen Lösungen suchen zum Beispiel. Irgendwie ist alles etwas ausgebremst dadurch.
Obwohl – so eine kleine Bremsung ist teilweise auch nicht schlecht. Die Wochen zuvor sind wir mit Volldampf voraus ins neue Jahr gestartet, haben Veranstaltungen geplant: Ausstellungen, Selbsthilfetag und Poetry-Slam, da bleibt manchmal auch wenig Zeit zum Innehalten, in die Tiefe denken, nachspüren. Mit der „Corona-Bremse“ ist dies nun schlagartig anders, wir haben Zeit uns Gedanken über neue Projekte zu machen und auch Zeit mal aufzuräumen und in unseren Büros auszumisten – auch nicht schlecht, finde ich.

Ha

Gruppentreffen in Coronazeiten

Was macht man denn nun, wenn man sich nicht treffen darf? Die Freizeitheime und Kirchengemeinden haben geschlossen, und mehr als zwei Leute dürfen sowieso nicht zusammen sein.
Wir haben die Gruppen angerufen und gefragt, wie sie es halten, mit dem Austausch untereinander:

Chronische Erkrankungen ziehen sich meist über viele Jahre hin oder begleiten einen ein Leben lang. Dementsprechend bestehen diese Selbsthilfegruppen auch schon über Jahre. Hier scheint – nach unseren Erkundigungen – ein temporärer Ausfall nicht so gravierend wahrgenommen zu werden. Man tausche sich solange über Messengerdienste oder Telefonate aus. Dieses ginge, und darüber waren sich die meisten einig, natürlich nur über einen begrenzten Zeitraum. Sollten die Kontakteinschränkungen über Monate gelten, werde man das „persönliche Gespräch mit Blickkontakt in der Gruppe“ schon vermissen.
Anders verhält es sich bei Gruppen, die mit psychischen Problemen oder Sucht zu kämpfen haben. Für viele von ihnen ist die neue Situation, gekoppelt mit Ängsten und Einsamkeit, sowieso schon stark belastend. Eine Teilnehmerin einer Alkoholgruppe berichtete z.B., dass in Ihrer Gruppe vermehrt von „Suchtdruck“ gesprochen werde. Man stehe in regelmäßigen Kontakt, aber auch die, die sich nicht melden (oder gerade die!) werden angerufen und nach ihrem Befinden gefragt. Bei einigen Gruppen entstehen sogenannte Telefonketten, bei denen täglich reihum telefoniert wird. Das Blaue Kreuz in Burgdorf hat darüber hinaus sogar einen Chatraum eingerichtet.
Alle Gruppen, mit denen ich bisher gesprochen habe, bieten eine telefonische oder schriftliche Beratung für Teilnehmer*innen und Interessierte an. Das ist ein toller „Service“.
Eine Telefon- oder Videokonferenz hat von meinen Gesprächspartner*innen bisher aber noch niemand installiert.

Gruppentreffen in Coronazeiten 2

In meinen Gesprächen zeigte sich die Kreativität der Gruppen. So treffen sich teilweise Einzelne aus den Gruppen, z. B. wenn jemand in eine Krise gerät, um, mit räumlichem Abstand zueinander, gemeinsam spazieren zu gehen, sich aussprechen und unterstützen zu können.
Eine Ansprechpartnerin berichtete mir, Ihre Gruppe könnte sich im großen Garten einer Teilnehmerin treffen. Da gäbe es genug Platz, um den erforderliche Abstand zueinander auch im Sitzkreis einhalten zu können. Da ist es natürlich von Vorteil auf dem Land zu wohnen. Doch auch in der Stadt gibt es Menschen mit großen Schrebergärten…….
Viele Ansprechpartner*innen aus Gruppen, die sich gerade nicht treffen, haben mir berichtet, die Teilnehmenden der Gruppe wöchentlich einzeln anzurufen, um in Kontakt zu bleiben oder sie per E-Mail anzuschreiben, um in Kontakt zu bleiben.
Vor allem aus dem Suchtbereich haben sich Gruppen offenbar vielfach schnell und unkompliziert den neuen Medien und Möglichkeiten zugewandt. Telefonkonferenzen wurden eingerichtet und in der Wedemark trifft sich eine Gruppe sogar zu den gewohnten Gruppenzeiten zu einer Videokonferenz.
Das ist natürlich ganz fortschrittlich – Respekt!!
Trotzdem freuen sich alle mit denen ich gesprochen habe darauf, wenn die Kontaktsperre wieder aufgehoben wird und das persönliche Miteinander wieder möglich ist.
Leider scheint das ja noch ein bisschen zu dauern….. Daher freuen wir uns, wenn Sie und Ihre Selbsthilfegruppe aus der Region Hannover jetzt auch die Möglichkeit nutzen, sich gegenseitig über den Blog mit Informationen, Tipps und kreativen Lösungswegen zu versorgen.
Wie erleben Sie diese Zeit und welche Erfahrungen sammeln Sie gerade miteinander? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und Beiträge!

ha

Schreiben macht Spaß und denken ist schwer

Nun sitze ich hier also vereinzelt in unserem sonst so belebten Büro und versuche die Welt zu verstehen.

Die Welt war ja schon immer kompliziert und ich habe nur Bruchstücke daraus erkennen und bewerten können. Aber jetzt.

Dieses Zusammentreffen: einerseits das Zurückgeworfenseins auf einen minimalen Radius mit kaum Kontakten und andererseits die Erkenntnis, wie klein die Welt ist und wie stark verwoben wir global sind. Das macht mich ganz wirr. Und dann soll ich in diesem Wirrwarr ganz konkret für mich persönlich und für mich als KIBIS-Kollegin neue Handlungsmuster entwickeln. Neue Routinen erfinden.

Ich richte mir zuhause einen Arbeitsplatz ein, um auch im sogenannten Homeoffice arbeiten zu können. Wir haben mit den Kolleg*innen inzwischen regelmäßig Telefonkonferenzen. Ich wusste bisher gar nicht, dass es auch bei Telefonkonferenzen Konferenzräume gibt. Diese kann man buchen und betreten und ebenso wieder verlassen. Ich lerne auch neue Wörter. Oder was man so Wörter nennt – dies ist wohl eher eine Abkürzung… soll ich ganz modern TelKo sagen?

Meine Tochter sitzt jeden morgen Anton gegenüber. Anton ist nicht etwa ihr Bruder sondern eine virtuelle Lernapp. Dort ist sie angemeldet ist und bekommt gemeinsam mit ihrer Klasse ganz persönlich von der Klassenlehrerin Aufgaben gestellt. Sie arbeitet mit Anton, ich arbeite mit der TelKo.

Ich habe mir auch schon einen Mundschutz-Maske selbst genäht und herausgefunden, dass die Beschaffung von Schrägband oder Gummilitze aufgrund der hohen Nachfrage schwierig ist.

Ich weiß, mir geht es gut. Ich habe alle Möglichkeiten, mich einzurichten in dieser veränderten Welt. Ich bin gesund und meine Familie ist es auch. Trotzdem: es ist wirklich viel neu.

Ich bleibe dran. Wir bleiben dran. Und wir bleiben solidarisch.