Die Leistung der Gestörten

Was wäre die Welt ohne Psychosen, Depressionen und Paranoia?
Komische Frage. Die Welt wäre auf jeden Fall um viele Maler*innen, Autor*innen, Komponist*innen und Entdecker*innen ärmer. Wir hätten wahrscheinlich einen langweiligen Franz Liszt, einen humorlosen Wilhelm Busch und einen uninspirierten Van Gogh.
Wer hat nicht alles trotz (oder eben wegen) einer psychischen Erkrankung oder Drogenkonsums Großes geleistet. Eine Liste berühmter psychisch kranker Persönlichkeiten finden Sie im Netz unter https://archiv.pahaschi.de/genies.htm. Allerdings erscheinen dort fast nur Männer aus der Geschichte (bis 1980). Frauen waren damals natürlich genauso betroffen, sind aber auf der Liste so gut wie nicht vertreten.
Und wo sind die Genies von heute? Im Nachhinein, wenn Großes geleistet wurde, ist es leicht hervorzuheben, dass die genialen Ergebnisse auch mit dem Geisteszustand zusammenhingen. Aber aktuell? Fällt Ihnen jemand aus der heutigen Zeit ein, der oder die sagt: Meine Werke ruhen auf einer soliden Psychose? Im Internet ist dazu nichts zu finden. Ein paar Promis wurden von der Regenbogenpresse enttarnt, aber andere?
Psychische Krankheiten sind noch immer ein Tabuthema, vor allem in einer Leistungsgesellschaft wie unserer. Das sollte sich ändern. Psychisch kranke Menschen liegen dem Staat nicht nur auf der Tasche, sondern können eine Bereicherung für die Menschheit sein. Wie wäre es mal mit einem*r psychotischen Kanzler*in. Vielleicht würde da mehr bei rauskommen!?

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